localhost - Fehler

locelhost, lacalhost, loaclhost – wie denn nun?

Was bedeutet eigentlich „localhost“? Sehr häufig scheint diese Frage an Googles Suchmaschine gerichtet zu werden. Die zahlreichen Tippfehler bei der Eingabe des Begriffs ins Suchfeld deuten allerdings darauf hin, dass es sich gar nicht um eine Suchanfrage handelt. Warum nicht? Und für die Betroffenen: Was mach ich falsch? Journalismus plus kennt die Antworten!

Antwort 1 für die Betroffenen in Kurzform

Server starten/stoppenZu allererst: Ihr müsst den Server (z. B. Apache) starten! Die Installation beispielsweise mittels XAMPP, Bitnami oder mit dem Uniform Server reicht nicht aus. All diese Installationspakete bieten ein kleines Steuerprogramm, das Control Panel, mit dem der Server und auch das Datenbank-Programm (z. B. MySQL) nach der Installation gestartet werden können – und müssen! Server und Datenbank müssen also aktiviert sein und dann im Hintergrund laufen.

Localhost nicht erreichbar
Seiten-Ladefehler. Wenn localhost „nicht verfügbar“ ist, kann das auch an der Firewall liegen. Oder am Browser: Opera besser nicht verwenden!
Erst dann könnt Ihr Euren lokal installierten Server aufrufen, indem Ihr localhost ins Adressfeld eines Browsers tippt und dann auf [Enter] drückt. Eine Internetverbindung ist hierfür übrigens nicht erforderlich. Der Browser soll ja den lokalen Host (= Server mit Datenbank) auf Eurem Computer ansprechen. Genau dies bedeutet das Wort „localhost“. Es ist ein feststehender Begriff, Tippfehler sind hier ganz ungeschickt.

Und wenn’s dann immer noch nicht klappt, gebt auch noch das Protokoll mit an in der Form http://. Das heißt, Ihr gebt http://localhost ein – und dann auf [Enter] drücken. Unter anderem müsst Ihr also einen Doppelpunkt und zwei Schrägstriche eintippen. Falls das, aus welchen Gründen auch immer, bei Euch weiterhin nicht funktioniert, dann klickt einfach auf den folgenden Link: http://localhost. (Alle, die jetzt gar nicht wissen, worum es überhaupt geht: Bei Euch funktioniert dieser Link nicht! Er würde nur eine Fehlermeldung im Browser hervorrufen. Die Aufklärung und eine Erläuterung des Begriffs „localhost“ folgen nun.)

Antwort 2 für alle, die mehr erfahren wollen

Mit dem gerade beschriebenen Verfahren wird ein auf der eigenen Festplatte installierter Server aufgerufen, um dann beispielsweise ein ebenfalls lokal installiertes Blogging-System wie WordPress starten zu können. Der reservierte Begriff „localhost“, der im Grunde ein Domainname für den eigenen Computer ist und der IP 127.0.0.1 entspricht, wird hierzu in die Adressleiste eines Browsers eingegeben. Kommt es hierbei zu Tippfehlern, passiert etwas Blödes: Das Adressfeld verwandelt sich in ein Suchfeld (in fast allen aktuellen Browsern gibt es ja inzwischen diese kombinierte Such- und Adressleiste). Falls eine Internetverbindung besteht, ruft der Browser nicht den lokalen Host auf, sondern schickt den Vertipper an eine Suchmaschine, die in der Regel Google heißt. Das scheint enorm häufig und in zahlreichen Tippfelher-Varianten zu passieren, wie folgende Zusammenstellung zeigt:

Suchanfragen-Fehler - localhost
Die Liste der Suchanfragen zu [localhost] und allen Tippfehler-Varianten ist lang. Eine CTR von 0% deutet darauf hin, dass eine Erläuterung des Begriffs gar nicht gewünscht wird.

Die Angaben stammen aus den Webmaster-Tools. Google listet dort die Suchanfragen auf, die im Zusammenhang mit journalismus-plus.de von Belang sind. Viel Platz nehmen dabei die localhost-Fehlschreibungen ein, die Google als Suchanfragen interpretiert, die aber zum überwiegenden Teil gescheiterte localhost-Aufrufe darstellen dürften. Das geht vor allem aus den Syntaxfehlern hervor – kein Mensch sucht nach [localhost://] oder [/localhost] oder [\\localhost] oder auch [http//localhost] (Doppelpunkt fehlt).

Andersherum gibt’s übrigens auch ein Problem: Wer tatsächlich den Begriff „localhost“ ergoogeln will und hierzu, wie vermutlich üblich, das Kombofeld des Browsers verwendet, wird kein Glück haben. Das ist nun ‚mal der Standartbefehl zum Aufruf des eigenen Netzwerks. In diesem Fall würde der Einbau eines kleinen Vertippers tatsächlich weiterhelfen, um die Suchmaschine zu erreichen.

Technische Antwort: Was bedeutet „localhost“?

Wie bereits angedeutet, wird mit diesem reservierten Begriff der lokale Host, also (vereinfacht) der Computer vor Ort, angesprochen. Der Computer, an dem ich gerade diesen Text eingebe, ist aus meiner Sicht der localhost. Der PC oder das Notebook, an dem Ihr gerade sitzt und lest, ist zeitgleich Euer localhost.

Das gilt nicht nur für unsere PCs, auch die Server des Internets sind ihrerseits und aus ihrer Sicht jeweils ihr eigener localhost. Das wird spätestens dann wichtig, wenn Ihr solch einen Server anmietet, um Eure eigene Website zu veröffentlichen. Falls Ihr dazu ein Content-Management-System verwendet und dies selbst installiert, werdet Ihr wahrscheinlich wieder auf diesen Terminus stoßen. Bei der Konfiguration nämlich müsst Ihr in der Regel die Serveradresse der Datenbank angeben. Und bei vielen Hostern ist es üblich, dass diese Datenbank auf demselben Server liegt, auf dem auch das Content-Management-System läuft bzw. die Konfigurationsdatei abgespeichert wird. In WordPress zum Beispiel heißt diese Datei „wp-config.php“ und die entsprechende Zeile darin lautet:

define('DB_HOST', 'localhost');

Oder in der config.php des Shopsystems Shopware:

'host' => 'localhost',

Das bedeutet also: Der (Datenbank-)Host ist hier vor Ort, auf diesem Server (und nicht unter einer entfernten/fremden Internetadresse zu finden; das kann allerdings auch vorkommen – im Zweifelsfall einfach den Hoster fragen).

Alles klar? Eigentlich doch ganz einfach. Aus SEO-Gründen müsste ich jetzt noch über Loopback-Device, -Interface, -Schnittstelle, über Netzwerktechnik, virtuelle Netzwerkkarte, Client und DNS-Server schreiben. Aber das erspar ich Euch, es ist total unwichtig. Außerdem stehts schon bei Wikipedia.

Übrigens: Falls ich mit meiner Vermutung richtig liege, dass diese Seite viele zu Gesicht bekommen werden, die gerade versuchen, ihren lokal installierten Server aufzurufen, dann würde ich mich über eine kurze Bestätigung in den Kommentaren freuen.

2 Gedanken zu „locelhost, lacalhost, loaclhost – wie denn nun?

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